Top 10 Fehler bei der Heizwasserbefüllung – und wie du sie nachhaltig vermeidest
Die Heizwasserbefüllung ist kein Nebenschritt – sie ist der Startpunkt für den gesamten Anlagenlebenszyklus.
Trotzdem wird sie im Alltag häufig unter Zeitdruck durchgeführt, vereinfacht oder „wie immer“ erledigt.
Das Problem daran:
Fehler bei der Befüllung wirken nicht kurzfristig – sondern über Jahre.
Im Folgenden findest du die zehn häufigsten Fehler bei der Heizwasserbefüllung – mit ausführlicher Einordnung und klaren Lösungsansätzen aus der Praxis.
1. Befüllung mit unbehandeltem Leitungswasser ohne anschließende Aufbereitung
Leitungswasser ist ein hochwertiges Lebensmittel – aber kein geeignetes Betriebsmedium für Heizungsanlagen.
Es enthält Härtebildner, gelöste Salze und Ionen, deren Zusammensetzung regional stark variiert und nicht auf die Anforderungen technischer Systeme abgestimmt ist.
In der Praxis ist die Befüllung mit Trinkwasser zunächst nicht ungewöhnlich.
Kritisch wird es jedoch dann, wenn dieses Wasser anschließend nicht gezielt aufbereitet wird.
Denn unbehandeltes Leitungswasser:
- hat eine hohe Leitfähigkeit
- fördert elektrochemische Korrosionsprozesse
- begünstigt Kalk-, Schlamm- und Magnetitbildung
Besonders problematisch ist dabei:
Einmal in die Anlage eingebracht und nicht aufbereitet, verbleiben diese Inhaltsstoffe dauerhaft im System und entfalten ihre Wirkung über Jahre hinweg.
So vermeidest du den Fehler:
Wird eine Heizungsanlage mit Trinkwasser befüllt, muss unmittelbar im Anschluss eine gezielte Aufbereitung erfolgen – zum Beispiel über eine Bypass-Lösung mit der Heaty Ferriline No. 2.
Dabei wird das Heizungswasser im Kreislauf aufbereitet, etwa durch Entsalzung und Stabilisierung der Wasserchemie, bis die erforderlichen Zielwerte erreicht sind.
So wird aus einer reinen Trinkwasserbefüllung ein kontrollierter, fachgerechter Befüllprozess, der die Grundlage für einen langfristig sicheren und richtlinienkonformen Anlagenbetrieb schafft.

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2. Die VDI 2035 wird erwähnt – aber nicht umgesetzt
Die VDI 2035 ist vielen bekannt, wird in Angeboten genannt und in Gesprächen erwähnt.
In der Praxis bleibt es jedoch häufig bei dieser formalen Bezugnahme.
Typische Schwachstellen:
- keine konkrete Messung der Wasserwerte
- keine Bewertung der Ergebnisse
- keine Dokumentation
Damit ist die Richtlinie faktisch nicht umgesetzt – und bietet keinerlei Absicherung.
So vermeidest du den Fehler:
Die VDI 2035 als das verstehen, was sie ist:
eine technische Richtlinie, die aktiv angewendet werden muss.
Richtlinienkonform heißt:
- messen
- bewerten und ggfls. Maßnahmen durchführen
- dokumentieren
3. Keine Analyse des Ausgangswassers
Viele Befüllungen starten ohne vorherige Analyse des eingesetzten Wassers.
Damit bleibt unklar:
- welche Leitfähigkeit vorliegt
- welche Salzfracht eingebracht wird
- ob das Wasser überhaupt geeignet ist
Ohne diese Information fehlt jede fachliche Grundlage.
So vermeidest du den Fehler:
Vor jeder Befüllung das Ausgangswasser analysieren – unabhängig davon, ob es später aufbereitet wird.
Nur so lassen sich Qualität, Aufwand und Kapazität realistisch bewerten.

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4. Keine Analyse nach der Befüllung
Selbst wenn aufbereitet wird, fehlt häufig die abschließende Kontrolle.
Ohne Messung nach der Befüllung weiß niemand:
- ob die Zielwerte erreicht wurden
- ob die Aufbereitung vollständig war
- in welchem Zustand die Anlage übergeben wurde
Das ist besonders kritisch bei späteren Schäden.
So vermeidest du den Fehler:
Nach der Befüllung immer eine Heizwasseranalyse durchführen und dokumentieren.
Sie ist der technische und rechtliche Übergabepunkt.
5. Nachspeisung wird als Ausnahme betrachtet
In der Theorie ist die Heizungsanlage dicht.
In der Praxis wird nachgespeist – regelmäßig und über die gesamte Lebensdauer der Anlage.
Typische Ursachen sind:
- Entlüftungsvorgänge nach Inbetriebnahme oder Wartung
- Service- und Reparaturarbeiten
- kleine, oft unbemerkte Wasserverluste im System
Jede einzelne Nachspeisung bringt neues Wasser in den Heizkreis und verändert damit zwangsläufig die Wasserchemie.
Leitfähigkeit steigt, der pH-Wert kann sich verschieben und korrosionsfördernde Stoffe gelangen erneut ins System.
Gerade bei wiederholter Nachspeisung verliert selbst eine sauber durchgeführte Erstbefüllung langfristig ihre Wirkung.
So vermeidest du den Fehler:
Nachspeisung muss von Anfang an als fester Bestandteil des Wasserkonzepts eingeplant werden – nicht als Ausnahmefall.
Mit einer dauerhaft integrierten Lösung wie der Heaty Complete PROfessional wird jede Nachspeisung automatisch aufbereitet. Das Heizungswasser wird dabei vor dem Eintritt in die Anlage gezielt entsalzt und der pH-Wert stabilisiert.
Zusätzlich überwacht das System den Nachspeisevorgang kontinuierlich.
Bei ungewöhnlich hohem Wasserbedarf – etwa infolge einer Leckage – warnt die Heaty Complete PROfessional und unterbricht die Nachspeisung automatisch.
So werden unkontrolliertes Nachspeisen, schleichende Wassermengenverluste und mögliche Wasserschäden zuverlässig verhindert.
Nachspeisung wird damit vom Risiko zum kontrollierten, sicheren und überwachten Prozess – technisch sauber und praxisgerecht für den realen Anlagenbetrieb.

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6. Aufbereitungssysteme sind zu klein dimensioniert
Ein häufiger Praxisfehler ist die Unterdimensionierung der Wasseraufbereitung.
Das System reicht gerade für die Erstbefüllung – nicht aber für:
- größere Anlagenvolumina
- spätere Nachspeisemengen
- langfristigen Betrieb
Die Folge: scheinbar sauberes Wasser, das die Zielwerte nicht dauerhaft hält.
So vermeidest du den Fehler:
Aufbereitung immer auf das reale Anlagenvolumen und den Lebenszyklus auslegen – nicht auf den Minimalbedarf.
7. Der Materialmix der Anlage wird nicht berücksichtigt
Moderne Anlagen sind materialtechnisch komplex:
- Stahlleitungen
- Kupferbauteile
- Aluminium-Wärmetauscher
- Verbund- und Kunststoffsysteme
Ohne abgestimmte Wasserqualität entstehen:
- elektrochemische Spannungen
- selektive Korrosion
- vorzeitiger Bauteilverschleiß
So vermeidest du den Fehler:
pH-Wert und Leitfähigkeit immer materialabhängig einstellen und überwachen.
Pauschale Zielwerte funktionieren hier nicht.

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Unser Vadion pH-Control ist ein Mischbettharz, das neben einer Entsalzung des Wassers auf < 100 μS/cm (entspricht 0-2 °fh) auch einen pH-Wert des Füllwassers im geforderten Bereich liefert.Zum Produkt
8. Sauerstoffeintrag wird unterschätzt
Sauerstoff ist einer der stärksten Korrosionstreiber im Heizsystem.
Er gelangt ins System durch:
- Befüllung
- Nachspeisung
- Undichtigkeiten
- offene Systembereiche
Schon geringe Mengen können langfristig Schäden verursachen.
So vermeidest du den Fehler:
- kontrollierte Befüllung
- minimierte Nachspeisung
- regelmäßige Dichtheitsprüfung
Sauerstoffmanagement ist ein stiller, aber entscheidender Faktor.
9. Magnetitbildung wird erst bei Schäden erkannt
Magnetit entsteht nicht plötzlich, sondern schleichend über Monate und Jahre.
Er ist das Ergebnis fortlaufender Korrosionsprozesse im Heizsystem und verteilt sich unbemerkt im gesamten Kreislauf.
Wenn erste Symptome sichtbar werden, ist das System häufig bereits stark belastet.
Typische Folgen sind:
- zugesetzte Wärmetauscher mit deutlich reduzierter Wärmeübertragung
- blockierte Ventile und Regelarmaturen
- erhöhter Verschleiß oder Ausfall von Pumpen
- sinkende Effizienz und steigender Energieverbrauch
Besonders kritisch:
Magnetit wirkt nicht punktuell, sondern systemweit. Wird er nicht frühzeitig entfernt, verstärkt er Korrosion, verschlechtert die Wasserqualität und beschleunigt den Alterungsprozess der gesamten Anlage.
So vermeidest du den Fehler:
Magnetitabscheidung muss von Beginn an eingeplant werden – als präventiver Schutz, nicht erst als Reaktion auf Schäden.
Leistungsfähige Magnetitabscheider wie der MAGella MG 200 entfernen magnetische Partikel kontinuierlich aus dem Heizungswasser, bevor sie empfindliche Komponenten erreichen.
So bleibt die Anlage hydraulisch stabil, Wärmetauscher und Pumpen werden geschützt und die Effizienz langfristig erhalten.
Magnetitabscheidung ist damit kein Zusatzbauteil, sondern ein elementarer Bestandteil moderner Korrosionsvermeidung.

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Der an der Rücklaufleitung am Kessel montierte Magnetit- und Schlammabscheider MAGella MG 200 schützt die Anlage vor allen Arten von Verunreinigungen.Zum Produkt
10. Fehlende oder unvollständige Dokumentation
Ohne Dokumentation fehlt im Zweifel der Nachweis für:
- eine richtlinienkonforme Befüllung
- eine korrekte Heizwasserqualität
- ein fachgerechtes, nachvollziehbares Vorgehen
Was im Alltag oft als formaler Schritt wahrgenommen wird, entwickelt im Schadensfall schnell eine ganz andere Bedeutung.
Denn lässt sich nicht belegen, in welchem Zustand die Anlage übergeben wurde, wird aus einem technischen Thema rasch ein Haftungs- und Beweisproblem.
Gerade bei Korrosionsschäden, Magnetitbildung oder Effizienzverlusten lautet die entscheidende Frage nicht selten:
Wurde das Heizungswasser korrekt geprüft und dokumentiert?
Ohne belastbare Unterlagen bleibt diese Frage offen – meist zulasten des ausführenden Betriebs.
So vermeidest du den Fehler:
Dokumentation muss fester Bestandteil des Arbeitsprozesses sein, nicht dessen Abschluss unter Zeitdruck. Dazu gehören:
- die vollständige Erfassung aller relevanten Messwerte (z. B. pH-Wert und Leitfähigkeit)
- die Dokumentation von Befüllung und Nachspeisung
- eine klare, nachvollziehbare Übergabe an den Betreiber
Mit einem Messgerät wie dem WaterBoy lassen sich Heizwasseranalysen nicht nur sicher durchführen, sondern auch strukturiert dokumentieren.
Die Messwerte werden reproduzierbar erfasst und in einem übersichtlichen Protokoll zusammengeführt, das sich dem Betreiber übergeben und dauerhaft archivieren lässt.
So entsteht aus der Messung ein belastbarer Nachweis – technisch sauber, transparent und rechtlich absichernd.
Dokumentation ist damit kein bürokratischer Mehraufwand, sondern ein zentraler Baustein professioneller Heizwasseraufbereitung.
Sie schützt nicht nur die Anlage, sondern auch den Fachbetrieb.
Heizwasserbefüllung ist ein Qualitätsprozess
Die Erfahrung aus zahlreichen Projekten bei UWS Technologie zeigt klar:
Viele spätere Schäden sind keine Betriebsfehler, sondern Startfehler.
Eine saubere Befüllung:
- schafft stabile Wasserqualität
- reduziert Wartungs- und Reparaturkosten
- minimiert Haftungsrisiken
- erhöht die Lebensdauer der Anlage
Fazit: Wer bei der Befüllung spart, zahlt später doppelt
Heizwasserbefüllung ist kein formaler Akt – sie ist die technische Basis des Anlagenbetriebs.
Wer sie sorgfältig plant, misst und dokumentiert, vermeidet die meisten späteren Probleme bereits am ersten Tag.
Richtlinienkonforme Heizwasserbefüllung ist kein Mehraufwand – sie ist professionelle Verantwortung.