Heizungswasser – Umkehrosmose im Vergleich zur Harzaufbereitung
Die Aufbereitung von Heizungswasser ist entscheidend für die Lebensdauer moderner Heizungsanlagen. Doch welches Verfahren ist in der Praxis die bessere Wahl – Umkehrosmose oder Harzaufbereitung? Dieser Beitrag beleuchtet beide Methoden, zeigt Vor- und Nachteile und gibt eine praxisnahe Empfehlung für SHK-Profis.
Was ist das Ziel der Heizungswasseraufbereitung?
Das Ziel ist immer dasselbe: chemisch stabiles Heizungswasser, das Korrosion verhindert, Ablagerungen vermeidet und die Vorgaben von VDI 2035, ÖNORM H 5195-1 und SWKI BT 102-01 erfüllt.
Entscheidend dafür sind u. a.:
- Leitfähigkeit
- pH-Wert
- Entfernung von Härtebildnern und korrosiven Salzen (z. B. Chloride, Sulfate)
Doch wie erreicht man diese Wasserqualität am effizientesten – mit Umkehrosmose oder mit Harzaufbereitung?
Umkehrosmose im Heizungswasser – Membrantechnik mit Grenzen
Funktionsweise
Die Umkehrosmose (UO) arbeitet mit einer halbdurchlässigen Membran, die Salze und Härtebildner zurückhält. Es entsteht hochreines Wasser mit niedriger Leitfähigkeit.
Vorteile
- Sehr niedrige Leitfähigkeiten möglich (< 10 µS/cm)
- Dauerbetrieb mit großen Wassermengen möglich
- Keine Verbrauchsmaterialien außer der Membran
Nachteile
- Hohe Installations- und Investitionskosten
– bereits die Ersatzmembran liegt bei ca. 750 € / Stück - Abwasser (Konzentrat)
– je nach System ist das Verhältnis von aufbereitetem zu Abwasser mindestens 3:1, teilweise sogar 1:1
– ein erheblicher Anteil des Wassers muss als Grauwasser entsorgt werden, neben dem Umweltaspekt fallen für die Entsorgung weitere Kosten an - Reale Leistung oft deutlich geringer als angegeben
– viele Geräte liefern in der Praxis nicht die als Maximum angegeben 300 l/h, wodurch die Arbeitszeit steigt - Permeat pH-instabil → Nachbehandlung notwendig – Das bedeutet weitere Kosten und ggfs. Einsatz von Chemikalien für die Anpassung des pH-Wertes
- UO kann nur befüllen – nicht reinigen
– vorhandener Schlamm, Magnetit oder Korrosionspartikel bleiben im System
– vorab ist ein klassisches Spülen nach EN 14336 nötig
– nochmals zusätzliche Kosten + ggfs. Zeitverlust - Risiko bei Undichtigkeiten
– teures salzarmes Wasser würde direkt in die Kanalisation ablaufen
– zusätzliche Kosten und Kundenärger garantiert
👉 Einschätzung:
Für stationäre Großanlagen geeignet – im SHK-Alltag jedoch häufig zu träge, zu komplex und zu arbeitsintensiv.
Harzaufbereitung – der praxistaugliche Standard
Funktionsweise
Die Harzaufbereitung mit Mischbettharz nutzt Ionenaustauscher, die sämtliche Salze gegen H⁺ und OH⁻ austauschen. Ergebnis: salzarmes, chemisch ruhiges Wasser.
Vorteile
- Kompakt und mobil einsetzbar
- Normkonformes Heizungswasser in kurzer Zeit
- Keine Abwasserproblematik
- Stabile pH-Werte mit Vadion pH-Control
- 50 % Arbeitszeitersparnis gegenüber UO-Systemen
– weil reale Durchflussmengen deutlich höher sind - Ideal für Erstbefüllung und Nachspeisung
- Gefahrlos bei Undichtigkeiten
– kein teures Permeat, das verloren geht
Nachteile
- Kartuschen müssen regeneriert oder getauscht werden
- Für sehr große Wassermengen kostenintensiver als UO
👉 Einschätzung: Die optimale Lösung für mobile Befüllungen, Servicearbeiten, Bestandsanlagen und Nachspeisungen.

Mischbettharz Vadion pH Control
Unser Vadion pH-Control ist ein Mischbettharz, das neben einer Entsalzung des Wassers auf < 100 μS/cm (entspricht 0-2 °fh) auch einen pH-Wert des Füllwassers im geforderten Bereich liefert.Zum Produkt
UWS Heaty Ferriline / Profiline – ein deutlicher Praxisvorteil
Hier entsteht der entscheidende Unterschied zur UO:
1. Reinigung und Befüllung gleichzeitig
Während die UO meist nur befüllen kann, erledigen unsere Heaty Ferriline / Profiline alles in einem Schritt:
- Spülen
- Filtrieren
- Aufbereiten
- Befüllen
➡️ Nochmal bis zu 50 % Arbeitszeit gespart
➡️ Keine zusätzlichen Spülorgien nach EN 14336 nötig
➡️ Kein Trinkwasserverbrauch beim Kunden

Heaty Ferriline No. 2
Komplettgerät zur professionellen Bypassaufbereitung, Schlamm- und Magnetitfilterung im Heißwasserbereich inkl. MAGella twisterZum Produkt
2. Perfekt für Bestandsanlagen
Mit der UO müsste man bei verschmutzten Kreisläufen zuerst spülen, spülen, spülen und anschließend befüllen.
Bei unserer Ferriline / Profiline passiert alles in einem Durchlauf – und das System ist sofort richtlinienkonform und normgerecht.
3. Keine Verluste von teurem Wasser
Bei Undichtigkeiten läuft bei UO salzarmes Wasser direkt in den Kanal.
Mit der Harzaufbereitung z.B. mit unserer Ferriline / Profiline entsteht kein Abwasser und somit auch keine weiteren Kosten für die Grauwasserentsorgung. Das Heizwasser verbleibt nach und während der Aufbereitung vollständig im System. Und auch bei der Befüllung landet das Füllwasser vollständig in der Anlage.

Heaty Profiline No. 2
Komplettgerät zur professionellen Bypassaufbereitung, Magnetitfilterung und Filtration inkl. HeißwasserpumpeZum Produkt
Normativer Rahmen – VDI, ÖNORM & SWKI
Die Richtlinien sind eindeutig:
- VDI 2035: Heizwasser muss frei von korrosionsfördernden Salzen und Ablagerungsrisiken sein.
- ÖNORM H 5195-1 & SWKI BT 102-01: präzisieren die zulässige Leitfähigkeit und pH-Bereiche.
Sowohl Umkehrosmose als auch Harzaufbereitung erfüllen die Vorgaben. In der Praxis entscheidet der Anwendungsfall.
Fazit
Umkehrosmose und Harzaufbereitung sind keine Konkurrenz, sondern zwei Werkzeuge – doch mit sehr unterschiedlicher Praxistauglichkeit.
Während die UO ein Spezialfall bleibt, überzeugt die Harzaufbereitung in der SHK-Praxis durch:
- schnellere Arbeitsabläufe
- niedrigere Betriebskosten
- keine Abwasserproblematik
- normgerechte Ergebnisse
- effizientere Prozesse, besonders mit UWS Ferriline / Profiline und Vadion pH-Control
👉 Kurz gesagt: Für den Heizungsbauer ist die Harzaufbereitung die wirtschaftlichere, schnellere und sauberere Lösung.